Die Zukunft (1)

Veröffentlicht auf von Erik

In letzter Zeit vermisse ich guten Science-Fiction aller Neal Stephenson (The Diamond Age) oder Richard Morgan (Altered Carbon) auf der Kinoleinwand. Nicht zuletzt deshalb, weil diese Romane Welten beschreiben, die auch eine tatsächlich ernst zu nehmende Fiktion von Zukunft darstellen. Star Trek hat mich in meiner Schulzeit zwar durchweg fasziniert, wirkt retrospektiv allerdings mehr durch seine netten Geschichten, als durch seine futuristischen Anteile. Die fiktionalen Aspekte, wie der Warpantrieb oder Weltraumgefechte erscheinen heute eher lächerlich. Allenfalls die gesellschaftspolitische Zukunftsmalerei klingt interessant, aber nur solange, bis man die Föderation der Planeten als einen Appell an die Weltöffentlichkeit aus Zeiten des Kalten Krieges erkennt.
Das in einem anderen Genre angesiedelte, aber oft als direkte Konkurrenz von Star Trek bezeichnete, Märchen Star Wars blamierte sich selbst erst kürzlich durch banales pseudo-Getue in nahezu allen Bereichen und überwältigender Diskreditierung des Genres "Science-Fiction" in der breiten Öffentlichkeit. Überladene Raumschlachten fern von einfachsten taktischen Grundsätzen, dümmliche Jedi-Weisheiten vor blendender Techno-Kulisse und Charaktere, die in ihrer durchkonstruierten Oberflächlichkeit kaum bedeutungsloser sein konnten sind nicht die Inhalte, die ich von gutem Science-Fiction erwarte.
Der weithin überschätzte Regisseur George Lucas und der zuckersüße deutsche Fernsehsender Pro7 brachten anlässlich der derzeitigen Ausstrahlung der Star Wars -Saga sogar eine Sondersendung zum Thema Zukunftstechnologien. Und der Zusammenhang zwischen der Darstellung fliegender Fahrzeuge im Angriff der Klonkrieger und der Forderung nach gezielter Entwicklung in unserer  Wirklichkeit konnte kaum mit größerer Anmaßung dargestellt werden. Ich hoffe, ich bin nicht der einzige, der entsprechend stutzig geguckt hat.

Naja, ich mache mir schon seit einigen Jahren sporadisch Gedanken über die Entwicklungen, die noch so auf mich/ uns zukommen werden. Immerhin beabsichtige ich, noch einige Zeit zu leben! Dabei wurde ich nicht selten inspiriert von meinem guten Freund und Weblog-Vorbild http://futur.plomlompom.de/.

Hier sind ein paar Technologien, die es wünschenswerter Weise bald geben sollte:

Mind-Upload: Das menschliche Bewusstsein wird mit seinen sämtlichen Erinnerungen von seiner biologischen Grundlage getrennt und auf synthetischen Strukturen gespeichert. Anschließend könnte es entweder mittels eines Computers, der zur Simulation von kognitiven Prozessen geeignet ist, autark weiterarbeiten oder auf ein anderes biologisches Gehirn übertragen werden.

Klonen: Um der naturgegebenen Zwangsbegrenzung des menschlichen Lebens entgegenzuwirken, könnte das Züchten körpereigener Organe perfektioniert werden. So genanntes therapeutisches Klonen könnte durch regelmäßige Erneuerungen des Körpers die Lebenserwartung theoretisch ins Unbegrenzte steigern.

Nano-Assembler: Programmierbare Nanosonden könnten sämtliche Stoffe, Mittel, Produkte oder Güter unter einem Minimum an Energie-, Ressourcen- und Zeitaufwand herstellen. Damit wären Probleme, wie Hunger, Obdachlosigkeit, Medikamentenknappheit oder Streit um Ressourcen wie weggewischt.

Echtzeitfunk: (Mein persönlicher Sci-Fi Liebling. Frei nach einer Idee von Richard Morgan) Zu Beginn des interstellaren Kolonialzeitalters wird es unabdingbar, dass Niederlassungen der Menschen trotz der Entfernung mehrerer Lichtjahre miteinander ohne große Verzögerung kommunizieren. Die Reise selbst kann ja ruhig Jahrhunderte dauern. Ich glaube auch nicht an die schnelle Entwicklung eines irgendwie gearteten "Überlichtantriebs". Aber wenn Klonen und Mind-Upload funktionieren, braucht man das auch nicht. Man sendet das eigene Bewusstsein einfach per e-mail und steigt in einen maßgeschneiderten Körper auf der anderen Seite.

Diese Ideen sind zweifelsfrei nicht neu. Aber ich bin dabei, hier eine kleine Sammlung anzulegen.

In einhundert Jahren lachen wir vielleicht darüber.

Kommentiere diesen Post