Wall-E

Veröffentlicht auf von Erik

Lustiges Öko-Märchen mit niedlichem Aufräum-Roboter in der Hauptrolle.

Die Erde ist zugemüllt. Um dem Kollaps auszuweichen, begeben sich die Menschen auf eine Luxus-Kreuzfahrt an Bord des Raumschiffs "Axiom". Kleine Roboter machen derweil die Erde sauber. Nach 700 Jahren sind die Müllberge immer noch da und nur noch ein arbeitender Roboter: Wall-E. Die Menschen auf der Axiom leben in technokratischem Luxus und sind von ihrer Technik dermaßen abhängig geworden, dass sie verlernt haben, sich ohne Schwebesessel zu bewegen oder ohne Interface zu kommunizieren. Jährlich senden sie Sonden zur Erde, die nach funktionierender Photosynthese suchen. Eine dieser Sonden, Eva, begegnet Wall-E und findet bei ihm glatt eine lebende Pflanze. Als sie wieder abgeholt wird, um zur Axiom zurückzukehren, klammert sich Wall-E kurzerhand an die Außenwand des Raumschiffes und kommt mit. Auf der Axiom wird das Leben von dem Autopiloten Otto und einer ganzen Herrscharr technischer Spielereien kontroliert. Die Menschen bemerken nichts von alledem. Die Existenz von Photosynthese auf der Erde wäre eigentlich der Anlass gewesen, nach Hause zu fliegen. Aber Otto stellt sich quer und will die Reise unbedingt fortsetzen. Mit allerlei Gewitztheit und komischen Zufällen gelingt es Wall-E und Eva gemeinsam mit dem menschlichen Kommandanten, den Autopiloten zu besiegen und die Heimreise anzutreten. Die ganze Geschichte über bahnt sich selbstverständlich eine Liebesaffäre zwischen dem Roboter und der Sonde an, was besonders durch die Nachahmungsversuche menschlichen Verhaltens versüßt wird. Schließlich gibt's erwartungsgemäß ein Happy End.

Insgesammt ein recht typisches Pixar-Animationsstück mit dem Schwerpunkt auf Niedlichkeiten und Situationskomik, die größtenteils keiner sprachlichen Übersetzung bedürfen. Die Zukunftsprognosen sind so radikal überzeichnet, dass man über das Fehlverhalten der Menschen einfach lachen muss: "Die haben ihren Planeten vollgemüllt, wie peinlich!" Besonders die überfetteten, nahezu bewegungsunfähigen und in jeder Hinsicht unselbständigen Menschen auf der Axiom sind eine Omage an die derzeit exponenziell ansteigende Nachfrage an technologischen Auslagerungen in unserer Welt. Angefangen beim Schwbesessel, über das ständig vor dem Kopf schwebende Interface, das die Leute ihre Umgebung völlig ignorieren lässt, bis hin zur Flüssignahrung, die in einem Becher mit Strohhalm gereicht wird. Die Begründung des Autopiloten für die Verweigerung des Gehorsams lautet: "You will survive." Die Antwort des Kommandanten, dassen Augen sich geöffnet hatten: "I don't want to survive - I want to live!" Im Nachspann wird gezeigt, wie die Menschen wieder Freude an körperlicher Arbeit gewinnen. Herzzereißend!

Insgesamt ist der Film nur als Wink in eine Richtung zu verstehen, in die wir uns wohl nicht entwickeln wollen. Aussage des Films: Kümmert Euch um die Erde. Der Rest ist eine nette Lovestory zwischen zwei technischen Geräten. Irgendwie Wiedersprüchlich, diese Verniedlichung der Technologie einerseits und der Abhängigkeit von derselben andererseits. Aber das lässt die politische Aussage nur in den Hintergrund treten. Im Grunde ist die ja nur der Aufhänger. Wir können heute gleichzeitig über verfettete Menschen in ihrer Scheinwelt lachen und unsere Nachos mit dicker Käsesoße in uns reinschaufeln.
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