Die Zukunft

Auf dieser Seite werden, wie der Titel schon sagt, meine Ideen, Phantasien und Gedanken über die Zukunft gesammelt. Dies soll in erster Linie als Referenz für die Zukunft selbst dienen, die sich zweifellos daran messen wird. In zweiter Hinsicht bündele ich hiermit Anregungen für ein Buch, das ich eventuell mal schreibe.

1. (24. September 2008)

In letzter Zeit vermisse ich guten Science-Fiction aller Neal Stephenson (The Diamond Age) oder Richard Morgan (Altered Carbon) auf der Kinoleinwand. Nicht zuletzt deshalb, weil diese Romane Welten beschreiben, die auch eine tatsächlich ernst zu nehmende Fiktion von Zukunft darstellen. Star Trek hat mich in meiner Schulzeit zwar durchweg fasziniert, wirkt retrospektiv allerdings mehr durch seine netten Geschichten, als durch seine futuristischen Anteile. Die fiktionalen Aspekte, wie der Warpantrieb oder Weltraumgefechte erscheinen heute eher lächerlich. Allenfalls die gesellschaftspolitische Zukunftsmalerei klingt interessant, aber nur solange, bis man die Föderation der Planeten als einen Appell an die Weltöffentlichkeit aus Zeiten des Kalten Krieges erkennt.
Das in einem anderen Genre angesiedelte, aber oft als direkte Konkurrenz von Star Trek bezeichnete, Märchen Star Wars blamierte sich selbst erst kürzlich durch banales pseudo-Getue in nahezu allen Bereichen und überwältigender Diskreditierung des Genres "Science-Fiction" in der breiten Öffentlichkeit. Überladene Raumschlachten fern von einfachsten taktischen Grundsätzen, dümmliche Jedi-Weisheiten vor blendender Techno-Kulisse und Charaktere, die in ihrer durchkonstruierten Oberflächlichkeit kaum bedeutungsloser sein konnten sind nicht die Inhalte, die ich von gutem Science-Fiction erwarte.
Der weithin überschätzte Regisseur George Lucas und der zuckersüße deutsche Fernsehsender Pro7 brachten anlässlich der derzeitigen Ausstrahlung der Star Wars -Saga sogar eine Sondersendung zum Thema Zukunftstechnologien. Und der Zusammenhang zwischen der Darstellung fliegender Fahrzeuge im Angriff der Klonkrieger und der Forderung nach gezielter Entwicklung in unserer  Wirklichkeit konnte kaum mit größerer Anmaßung dargestellt werden. Ich hoffe, ich bin nicht der einzige, der entsprechend stutzig geguckt hat.

Naja, ich mache mir schon seit einigen Jahren sporadisch Gedanken über die Entwicklungen, die noch so auf mich/ uns zukommen werden. Immerhin beabsichtige ich, noch einige Zeit zu leben! Dabei wurde ich nicht selten inspiriert von meinem guten Freund und Weblog-Vorbild futur.plom.

Hier sind ein paar Technologien, die es wünschenswerter Weise bald geben sollte:

Mind-Upload: Das menschliche Bewusstsein wird mit seinen sämtlichen Erinnerungen von seiner biologischen Grundlage getrennt und auf synthetischen Strukturen gespeichert. Anschließend könnte es entweder mittels eines Computers, der zur Simulation von kognitiven Prozessen geeignet ist, autark weiterarbeiten oder auf ein anderes biologisches Gehirn übertragen werden.

Klonen: Um der naturgegebenen Zwangsbegrenzung des menschlichen Lebens entgegenzuwirken, könnte das Züchten körpereigener Organe perfektioniert werden. So genanntes therapeutisches Klonen könnte durch regelmäßige Erneuerungen des Körpers die Lebenserwartung theoretisch ins Unbegrenzte steigern.

Nano-Assembler: Programmierbare Nanosonden könnten sämtliche Stoffe, Mittel, Produkte oder Güter unter einem Minimum an Energie-, Ressourcen- und Zeitaufwand herstellen. Damit wären Probleme, wie Hunger, Obdachlosigkeit, Medikamentenknappheit oder Streit um Ressourcen wie weggewischt.

Echtzeitfunk: (Mein persönlicher Sci-Fi Liebling. Frei nach einer Idee von Richard Morgan) Zu Beginn des interstellaren Kolonialzeitalters wird es unabdingbar, dass Niederlassungen der Menschen trotz der Entfernung mehrerer Lichtjahre miteinander ohne große Verzögerung kommunizieren. Die Reise selbst kann ja ruhig Jahrhunderte dauern. Ich glaube auch nicht an die schnelle Entwicklung eines irgendwie gearteten "Überlichtantriebs". Aber wenn Klonen und Mind-Upload funktionieren, braucht man das auch nicht. Man sendet das eigene Bewusstsein einfach per e-mail und steigt in einen maßgeschneiderten Körper auf der anderen Seite.

Diese Ideen sind zweifelsfrei nicht neu. Aber ich bin dabei, hier eine kleine Sammlung anzulegen.

In einhundert Jahren lachen wir vielleicht darüber.

2. (25. September 2008)

Wie in meiner letzten Liste der wünschenswerten Zukunftsentwicklungen bereits erwähnt, ist die Kolonisierung des Weltraums für mich immer noch ein Thema, das langfristig näher verfolgt werden sollte. Selbstverständlich tritt es zurück vor der schier überwälltigenden Bedeutung, die die Forschung nach lebensverlängernder Technologie hat! Aber diese steckt ja bereits in den Kinderschuhen. Und bis zum Jahr 2108 sind wir eh alle unsterblich. Dann gilt es, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Aufgaben, die vor allem die massige Lebenszeit ausfüllen, über die wir dann verfügen.
Ich bin kein Experte in Physik, aber ich glaube einfach nicht, dass in den - sagen wir mal - nächsten eintausend Jahren Antriebe entwickelt werden, die schneller als das Licht fliegen können. Das ist doch aber noch lange kein Grund, nicht trotzdem schonmal mit den nächsten Sternen zu liebäugeln. Was ist dazu notwendig?

Angenommen, wir hätten
a) die Technologie zur Verfügung, Raumschiffe in großen Ausmaßen zu bauen,
b) Antriebsmaschinen, die eine hohe Unterlichtgeschwindigkeit ermöglichen,
c) eine Möglichkeit zur verzögerungsfreien Kommunikation über interstellare Distanzen und
d) ein perfektioniertes Terraforming, dass z.B. bis dahin am Mars erprobt werden könnte, um die gefundenen Planeten auch bewohnen zu können,
dann stünde den ersten interstellaren Gehversuchen doch nichts mehr im Weg!

Ich habe mal im intersellaren Reiseführer geblättert und hier ein paar potentielle Reiseziele für Die Zukunft ausfindig gemacht:

 

 

Epsilon Eridani – 10,5 Lichtjahre entfernt

-          orange, sonnenähnlich

-          1 Gasriese entdeckt

-          kleinere Gesteinsplaneten in der Lebenszone möglich

 

Tau Ceti – 11,9 Lichtjahre entfernt

-          gelb, sehr sonnenähnlich

-          Gesteinsplaneten in der Lebenszone möglich

 

Gliese 581 – 20,4 Lichtjahre entfernt

-          roter Zwerg

-          2 potentiell erdähnliche Planeten (und ein dritter) entdeckt

-          Gliese 581c mit fünffacher und Gliese 581d mit achtfacher Erdmasse

-          beide sind in der Lebenszone ihres Systems

 

55 Cancri – 40,9 Lichtjahre entfernt

-      orangegelb, sonnenähnlich, Doppelstern

-      fünf entdeckte Planeten

-      55 Cancri f liegt in der Lebenszone, vermutlich ein Gasriese, könnte aber feste Monde haben

 

HD 69830 – 41,04 Lichtjahre entfernt

-          orangegelb, sonnenähnlich

-          drei entdeckte Planeten bis zu Neptungroß

-          HD 69830 d liegt in der Lebenszone und könnte feste Monde haben

 

Ypsilon Andromedae – 43,93 Lichtjahre entfernt

-          gelb, sonnenähnlich, Doppelstern

-          drei entdeckte Gasriesen

-          Ypsilon Andromedae c und d könnten sich in der Lebenszone befinden und könnten feste Monde haben

 

47 Ursae Majoris – 45.9 Lichtjahre entfernt

-      gelb, sehr sonnenähnlich

-      zwei entdeckte Gasriesen mit großen Ähnlichkeiten zu Jupiter und Saturn

-      innere erdähnliche Planeten wahrscheinlich


(Die so genannte Lebenszone eines Systems ist der Bereich, in dem Wasser unter einer geschlossenen Atmosphäre flüssig vorkommen kann. In unserem Sonnensystem liegen Venus, Erde und Mars in dieser Zone)

Quellen:  http://jumk.de/astronomie/sterne-4/index.shtml

              http://de.wikipedia.org

Unter den Sternen, die maximal fünfzig Lichtjahre entfernt liegen (also mittels einer Reisegeschwindigkeit von 1/4c in weniger als zweihundert Jahren erreichbar), fand ich diese sieben am verführerischsten. Sie sind entweder sonnenähnlich und/ oder besitzen ein bereits entdecktes Planetensystem. Es gibt aber noch gut ein Dutzend weitere, in Frage kommende Sterne innerhalb dieser Entfernung, die erdähnliche Planeten oder Monde aufweisen könnten. Nur leider sind die heutigen Messinstrumente nicht emfindlich genug, um Planeten, die kleiner als das zehnfache des Jupiters sind, auszuschließen. Also Daumendrücken!

 

3. (28. September 2008)

 

Die physikalischen Grenzen der modernen Raumfahrt sind geradezu überwältigend. Hier steht, dass selbst mit so genannten Antimaterieantrieben maximal eine Reisegeschwindigkeit von nur 1% der Lichtgeschwindigkeit realistisch sei. Und selbst die sind nur unter Energieaufwänden möglich, die die weltweite Stromerzeugung hundertfach übersteigen.

Andere Ideen, die theoretisch bis zu 70% von c ermöglichen könnten, seien nur durch gigantische, die Sonne als Enegiequelle nutzende Projekte erfolgsversprechend. Eine Volksmassen-Generationen-Phantasie à la Atlantropa wäre nichts dagegen!

Das Problem sei das Verhältnis von Nutzlast zu Antriebsmasse. Während ein Ionen- oder Antimaterieantrieb für interplanetare Reisen innehralb des Sonnensystems gerade noch gut geeignet wäre, wären bei interstellaren Reisen die Antriebsmassen so gigantisch gegenüber der Nutzlast, dass jedes Reisen über den Jupiter hinaus zu ineffizient würde.

Also dauert die Reise nach Epsilon Eridani rund eintausend Jahre. Wer macht mit?

Doch die Begrenzungen der interstelaren Raumfahrt liegen nicht in der Physik, sondern in der Natur der Menschen selbst, heist es so schön. Vor allem unser begrenztes Leben erzeugt Sozialstrukturen, die ein zwanzig-Generationenprojekt mit ungewissem Ausgang nahezu unmöglich machen.

Unsterblich müsste man sein!


4. (2. Oktober 2008)
Ich wurde kürzlich gefragt, wie ich die zukünftige Entwicklung der weltweiten Energieversorgung sehe. Meine Antwort bezog sich zunächst lediglich auf den Personenkraftfahrzeugverkehr. In dieser Angelegenheit vertrete ich die Ansicht, dass der Besitz von privaten Kraftfahrzeugen und die Fortbewegung mit denselben so nicht bis in das 22. Jahrhundert weitergehen wird. Dafür gibt es meiner Ansicht nach mehrere Gründe.

1. Sobald das Ölfördermaximum überschritten ist, wird es notwendig, Ölreserven für wirtschaftlich wichtigere Bereiche zu bewahren. (wie z.B. Heiz- und Wärmekraftwerke, Stromversorgung, Lieferbetriebe, öffentliche Verkehrsmittel)

2. Die derzeit anhaltende Verschwendung an Ressourcen für den Pkw-Bau und -Betrieb trägt erheblich zu deren Ungleichverteilung unter der Weltbevölkerung bei. (Dies ist zum einen eine Ursache für Völkerwanderungen, die schon heute an den Grenzen Europas Überhand nehmen und trägt zum anderen zur Radikalisierung und Terrorismusbereitschaft ganzer Massen bei.)

3. Das zunehmende Verkehrsaufkommen ist nur durch ein immer größer werdendes Netz an Verkehrswegen zu bewälltigen (fünfspuhrige Autobahnen, Untertunnelungen, Flussüberbauungen etc.). Dennoch behindert der private Personenverkehr mit durchschnittlich nur einem Verkehrsteilnehmer pro Fahrzeug schon heute den gewerblichen Güterverkehr, was sich, landesweit betrachtet, negativ auf die Wirtschaftlichkeit aller Unternehmen auswirkt.

4. Der auf Verbrennungsmotoren basierende Kraftfahrzeugverkehr ist über seine Kohlendioxid- und Feinstaub-Emissionen Klimakiller Nummer Eins. (und das nicht nur beim Fahren, sondern auch in der Produktion)

5. Die exponentiell wachsende Nachfrage in China und Indien wird die genannten Probleme (aber besonders das der Ressourcenverteilung) noch einmal erheblich verschärfen.

Jetzt sind diese Gründe ja schön und gut, aber gegen vierzig Millionen Autofahrern in Deutschland kommt man damit noch nicht an. Wie gesagt sind dies zunächst nur Fakten, die die Menschen so oder so bald zu Einschränkungen zwingen werden. Wenn da nicht Alternativen bestünden!

a) Mittels Windkraft kann Wasserstoff für Brennstoffzellen (BZ) gewonnen werden. Dadurch wäre der Fahrzeugbau vom Verbrennungsmotor unabhängig.

Vorteile: Aus Klimaschutzsicht ist die BZ eine langfristige Alternative zum Verbrennungsmotor. Man wäre langfristig auch unabhängiger von fossilen Brennstoffen.

Nachteilig hieran: Die Infrastruktur für ausreichend Wasserstofproduktion, um damit alle in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge zu ersetzen/ umzurüsten, müsste erstmal aufgebaut werden. Das führte kurzfristig sogar zu einer Erhöhung der Ressourcenverschwendung. Außerdem ist fraglich, ob die entsprechende Menge an Wasserstoff allein aus alternativen Energiequellen produziert werden könnte.

b) Öffentliche Verkehrsmittel könnten unter wesentlich ökonomischeren Gesichtspunkten die Bewegungsfreiheit aller sicherstellen. Voraussetzungen hierfür sind natürlich flächendeckende und dezentrale Verkehrsangebote.

Vorteile: Klimaschädigung hält sich in Grenzen und kann unter Einsatz der BZ langfristig sogar komplett beseitigt werden. Ressourcenverschwendung wäre minimal bis gar nicht mehr existent, da dieselben Fahrzeuge für viele Menschen zur Verfügung stünden. Die Abhängigkeit von unterschiedlichsten Ressourcen wäre minimiert.

Nachteilig: Individualismus und private Flexibilität (besonders was den Transport größerer Lasten angeht) sind eingeschränkt. Und auch für dieses Modell müsste eine Infrastruktur geschaffen werden, die zwar im Gegensatz zum BZ-Pkw-Modell nicht komplett neu, aber immernoch sehr umfangreich wäre.

Entschieden wir rein rational, würde unsere Wahl sicherlich auf Model b) fallen. Aber besonders der Nachteil mit dem eingeschränkten Individualismus macht uns zu schaffen. Wählen wir Model a) haben wir eine ganze Menge Arbeit vor uns, die uns kurzfristig ganz schön teuer zu stehen kommt, langfristig aber auch funktionieren kann. Model b) ist aber deswegen das attraktivere, weil es die Vorteile der Brennstoffzelle in sich mit aufnehmen kann. Es kann kurzfriftig noch mit Verbrennungsmotoren stattfinden und ermöglicht die schritweise Umstellung auf alternative Energiequellen. Natürlich bilden sich die meisten Menschen sehr viel auf ihre Indiviualität ein (ich ja auch!). Dass diese aber nicht im geringsten durch Busse oder Züge eingeschränkt wird, nur weil man bis zur nächsten Haltestelle laufen und auch mal umsteigen muss, etabliert sich eigentlich ganz schnell im Bewusstsein, wenn man sich mal darauf eingelassen hat. Mit dem Pkw ist man ja auch auf Parkflächen, Tankstellen, den TÜV, Verkehrsführung (z.B. Einbahnstraßen) und andere Bedingungen angewiesen, wie z.B. das Alkoholverbot. Natürlich müsste die Liniendichte der Verkehrsmittel stark erhöht werden (schätzungsweise auf das zehnfache des heutigen). Auch müsste alles dezentralisiert werden und sich nicht so sehr auf zentrale Bahnhöfe und Flughäfen konzentrieren. Dann, meine ich, könnten die Menschen gut damit leben.

Ich lebe ja schon gut damit, obwohl es noch lange nicht so ist!