Freitag, 13. november 2009
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12:59
Lange haben Science-Fiction Begeisterte, wie ich, auf eine Verfilmung gewartet, die das Thema der
Körper-Bewusstseins-Trennung behandelt. Damit beziehe ich mich auf eine sehr spezielle Strömung unter den (eh schon speziellen) Anhängern von Zukunfts-Fiktionen. In Anlehnung an einen flüchtigen
Bekannten, mit dem ich mich mal über die Zukunft unterhalten habe, bin ich ja schon länger der Ansicht, dass jegliche Fiktion, die den Anspruch erhebt, fünfzig Jahre oder mehr in der Zukunft zu
spielen, die Möglichkeit einer Trennung von "Körper" und "Geist" berücksichtigen sollte, wollte sie glaubwürdig erscheinen.
In diese Richtung gehen dann natürlich mehrere Sub-Ideen, wie der "Mind-Upload" (also das zeitweilige oder entgültige Trennen des Bewusstseins von seiner biologischen Grundlage und die
Übertragung auf synthetische Strukturen) oder das Wechseln von Körpern, so wie man heutzutage Kleidung wechselt, bis hin zu maßgeschneiderten Designer-Körpern. Bei "Star-Trek - The Next
Generation" (u.a.) gab es eine Abart von diesem Gadanken: die sogenannten "Borg". Diese nutzten Synthetik zum Beispiel, um ein Kollektivbewusstsein aufzubauen.
Eine Science-Fiction Romanreihe des US-amerikanischen Schriftstellers Richard Morgan, die mir sehr gefallen hat, behandelt die Abenteuer eines Helden namens Takeshi Kovacs, der immer wieder in
anderen Körpern auf anderen Welten auftritt. Der augenfällige Nutzen dieser Technik ist natürlich die drastisch erhöhte Lebenserwartung von mir als Bewusstseinssystem. Gleichzeitig kann ich aber
von "Mir" eben nur noch als Bewusstseinssystem sprechen. Dieser Held definierte sich nicht mehr über sein Äußeres.
James Cameron präsentiert uns diesen Dezember einen Film, in dem auf einem fremden Planeten Menschen gegen große blaue Außerirdische kämpfen. Um deren Siedlung zu infiltireren, werden Körper in
Form der Außerirdischen gezüchtet, in die die menschlichen Spione dann "hineinschlüfpen" (mittels einer Art Mind-Upload). Diese Körper werden in Anlehnung an die Charakterbezeichnung bei virtuellen
Computersimulationen wie "Second-Life" dann "Avatare" genannt.
Selbstverständlich ist diese Form der Bewusstseinsübertragung hier nur ein Stilmittel, um die ansonsten absolut unoriginelle (weil schon ewig oft haargenau so dagewesene) Story zusammenzuhalten. Es
kommt ähnlich wie bei dem Warp-Antrieb bei Star-Trek nicht wirklich darauf an, wie es funktioniert. Von daher ist meine Vorabkritik hier vielleicht etwas überzogen. Aber auffallend
entäuschend ist, dass die Avatare den ursprünglichen menschlichen Körpern ihrer Charaktere sehr ähnlich sehen. Am deutlichsten wird dies bei Sigourney Weavers Avatar:
(Quelle: indiemoviesonline.com)
Offenbar hielt es James Cameron für notwendig, den Zuschauer durchgehend darauf hin zu weisen, dass in beiden Formen ein und dieselbe Person steckt. Dabei gibt es inhaltlich keinen
logischen Grund, wieso der Avatar auch nur im Entferntesten so aussehen sollte, wie der Mensch, der ihn spielt! Theoretisch müsste es nicht einmal dasselbe Geschlecht sein. Im Film wird behauptet,
die Avatare seien genetische Hybride und teilweise aus dem Genmaterial des Spielers gezüchtet worden. Wozu das denn? Keine Antwort. Vielleicht werde ich ja im Dezember eines besseren belehrt.
Tatsächlich ist es aber auch egal, denn es geht - wie in allen James Cameron Filmen - nicht um Erklärungen, sondern um Bilder. Einem Publikum, das sich Filme nur der Bilder wegen ansieht,
kann offenbar nicht zugemutet werden, Eins und Eins zusammenzuzählen und zwischen zwei didaktisch eindeutig aufeinander aufbauenden Kameraperspektiven den Wechsel von einem Körper zu einem
völlig anderen zu kapieren. In zwei verschiedenen Körpern dasselbe Bewusstsein zu begreifen obliegt den Sci-Fi-Nerds. Für den Durchschnitsmenschen ist ein Charakter mit seinem Äußeren verbunden.
Außerdem muss der Reputation der Schauspieler auch noch Rechnung getragen werden!
Sinnvoller wäre es gewesen, zwei verschiedene Schauspieler für jede Form einzusetzen: einen für den Menschen und einen für den blauen Außerirdischen.
James Cameron macht das natürlich, um soviele Zuschauer wie möglich ins Kino zu locken. Das Publikum soll sich nicht nur auf Star-Trek-Fans und Nerds beschränken. Allerdings meine ich, dass genau
diese Einstellung einen guten Scince-Fiction ruiniert! Was übrigbleibt ist nichts weiter, als eine geschmacklich perfekt abgestimmte Soße, die leicht runtergeht. Tiefsinn wollen wir nicht,
Erklärungen brauchen wir nicht. Wir wollen aus dem Kino kommen und sagen können: Joa, der Film war ganz nett. Wir wollen morgen sagen können: Scince-Fiction ist nicht mehr als seichte
Unterhaltung ohne jede Relevanz.
Am Ende glaube ich nicht, dass "Avatar - Aufbruch nach Pandora" Spuren in den Annalen des Science-Fiction hinterlassen wird.
Dienstag, 20. oktober 2009
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16:36
Naja ...
Den Sex neu erfunden haben die auch nicht!
Die Erotik- und Sexindustrie feierte sich selbst. Wie sah das aus? Antiquierte Speichermedien wie Magazine, CDs und DVDs wurden zum Kauf angeboten, neben Peitschen, Fesseln, Dessous und
Latexdildos. Die Internet-Pornomaschinerie, die bereits seit etlichen Jahren den Vertrieb von Sexmaterial mit Abstand dominiert, war nicht vertreten. Wieso auch? Hier sah man nur das, wofür man
Geld bezahlen muss. Dass es auch anders geht, scheint die Pornoindustrie tapfer zu ignorieren.
Aber immerhin gabs auch Bühnenshows! Was ich tatsächlich sehr interessant fand, war eine kunstvolle Bondage-Vorführung. Eine nackte Frau ließ sich mit allerlei Tauwerk von ihrer Domina fesseln und
aufhängen. Nebenan wurden bereitwillige Besucherinnen in blauen Gummi eingesaugt und gestreichelt. Diese beiden Darbietungen haben mir gefallen, erzielten sie doch einen gewissen Grad an Stil!
Darüber hinaus gab es noch durchaus Skuriles und Absonderliches zu entdecken. Zum Beispiel eine Pferdekutsche mit Menschen in BDSM-Kleidung als Pferde, mit der man sich durch das Messegelände
kutschieren lassen konnte. Oder diverse PornodarstellerInnen, die ihre Brüste bereitwillig in jede Kamera hielten.
Allerdings war das Kernstück der Messe, eine überdimensionale Show-Bühne, eher mau. Jetzt muss ich hinzufügen, dass ich nur am Sonntag da war, und die Porno-Oscars längst vergeben waren. Aber die
Vorführungen waren trotzdem zu längerlich! Man musste sich beinahe fremdschämen, für Tänzer, die irgend eine Filmszene im Vollplayback nachspielten und dabei schlechter waren, als jedes x-beliebige
Schülertheater. Auf der anderen Seite gabs nur wenig Publikum, das darüber hinaus noch sehr wenig applaudierte. Was will man auch erwarten?!? Menschen die sich einen Porno ansehen, springen halt
nicht applaudierend und jubelnd auf, wenn eine Darstellerin blankzieht! Und wenn sie sich dann noch auf der Bühne Kerzen einführt, ist das Niveau der Veranstalltung wahrscheinlich genau dort, wo
man es haben will. Mein Ding ist es nicht! Und dabei konsumiere ich fast täglich Pornografie!
Ich hätte mir Workshops (z.B. zum richtigen Fesseln in der BDSM-Szene), Vorträge (vielleicht über Praktiken und Einstiegsmöglichkeiten) , Diskussionen (über neue Geschäftsmodelle) oder einfach
irgendwie mehr Interaktivität im dem Publikum vorgestellt.
Meiner Meinung nach geht die klassische Pornoindustrie unter, wenn sie so wie jetzt in dem Niveau des vorigen Jahrhunderts weitermacht!
Freitag, 16. oktober 2009
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10:57
Zum ersten Oktober diesen Jahres habe ich meine Bachelor-Arbeit fertiggestellt. Zurzeit warte ich auf die
Beurteilung durch den Dozenten. Das Thema der Arbeit lautet: "Homosexualität aus Sicht evolutionärer Pädagogik und Psychologie".
Meine Hauptaussage lautet darin wie folgt: Homosexalität existiert nicht. Und Heterosexualität dementsprechend auch nicht. Probleme, die mit diesen "Phänomenen" auftreten, sind gänzlich
kulturell selbst generiert.
Was meine ich damit?
Die griechisch-lateinischen Zwitterworte "Homosexuell" und "Heterosexuell" wurden erst um 1869 erfunden. Und erst kurz vorher hatte man überhaupt damit angefangen, gleichgeschlechtliche Liebe als
etwas abnormes und unnatürliches zu begreifen. In meiner Bachelor-Arbeit führe ich diese historische Entwicklung en detail aus. Aber das erspare ich mir hier. Wichtig ist folgendes: Im aufkommenden
Ordnungs- und Kategorisierungswahn der Industrialisierung wurde das Leben wie die Natur streng normiert. Dazu gehörte unter anderem die Vorstellung, dass ein wahrer Mann nur eine Frau lieben konnte
und umgekehrt. Männer und Frauen, die das gleiche Geschlecht liebten, waren demnach keine wahren Männer beziehungsweise Frauen. Schnell wurde die Theorie aufgestellt, dass solche Menschen innerlich
(seelisch) dem anderen Geschlecht angehören mussten. Da aber der Zustand des "Heterosexuellen" als normal und einzig natürlich galt, wurde diese "umgepolte" (auch: invertierte) Sexualemfindung
als psychisches Leiden aufgefasst, von dem die Betroffenen zu heilen seien. In dieser frühen Phase der modernen Sexualforschung wird schnell klar, was das eigentliche Problem war:
Geschlechtsrollenverhalten und Sexualverhalten wurden kurzerhand als ein und dasselbe betrachtet. Dass ein Mann nicht weiblich sein musste, um einen anderen Mann zu lieben wurde spätestens
deutlich, als die unendlich unterschiedlichen Mischformen von Rollenverhalten und Sexualverhalten offensichtlich wurden.
In der Mitte des 20. Jahrhunderts dann kam eigentlich schon der Durchbruch in der Sexualforschung, auf den man hoch heute zurückgreifen kann. Alfred Charles Kinsey veröffentliche in zwei "Reports"
(einmal über das Sexualverhalten des menschlichen Männchens und einmal über das des menschlichen Weibchens) die Ergebnisse von über 11.000 Interviews. Darin konnte er darlegen, dass Homosexualität
als abgrenzbarer Zustand überhaupt nicht existiert. Vielmehr verwandt er die Begriffe "homosexuell" und "heterosexuell" nur noch als Adjektive für Reize, auf die die Befragten mal mehr,
mal weniger stark erotisch reagieren konnten. Dabei stellte er fest, dass es einen fließenden Übergang zwischen den befragten Personen gibt, von "nur auf heterosexuelle Reize ansprechend" und
"nur auf homosexuelle Reize ansprechen". Dazwischen lagen soviele Abstufungen und Mischformen von "sowohl auf hetero- wie homosexuelle Reize ansprechend", wie es Individuen gab. Von einer
"Hormonellen" Erklärung der Homosexualität sah er gänzlich ab (also der Kopplung an das Geschlechtsrollenverhalten).
Das war 1950! Und die Studien wurden seitdem mehrfach wiederholt und weitestgehend verifiziert.
Dennoch sehen wir noch heute Forschungsansätze, die nach einem "Grund für Homosexualität" forschen. Es müsse wohl genetisch irgendwo determinert sein, meint man. Schließlich handelt es sich hier um
den Sexualtrieb. Und der Sexualtrieb ist zur Fortpflanzung da! Und die Fortpflanzung muss einfach genetisch codiert sein!
Solche Grundannahmen werden unhinterfragt mitgeschleift, wie schon im 19. Jahrhundert die Annahme, dass ein "wahrer Mann" keinen anderen Mann lieben könne. Wenn ich davon ausgehe, dann ist
Homosexualität tatsächlich ein Problem, das nur schwer zu erklären ist.
Noch im Jahr 2005 werden uns Studien vorgelegt, die versuchen zu beweisen, wie homosexuelles Verhalten sich in der Evolution durchgesetzt haben könnte. Hier wird Homosexualität offensichtlich immer
noch als ein Zustand aufgefasst, der irgendwie jenseits der natürlichen (normalen) Sexualität steht. Denn man sucht schließlich nach gänzlich anderen Erklärungen, als zum Beispiel für
Heterosexualität. Dieser ganzen Forschung liegt allerdings die irrige Annahme zugrunde, Sexualität diene nur der Fortpflanzung. Wenn ich davon ausgehe, dann muss schlicht jedes Sexualverhalten,
dass nicht zur Fortpflanzung führt unnatürlich sein. Dass sich aber die persönliche Sexualempfindung nach Kinsey oft mehrfach während einer Lebensspanne ändern kann, wird konsequent
ignoriert.
Dass Sex nicht nur der Fortpflanzung dient sehen wir schon allein an einem traditionellen heterosexuellen Ehepaar, dass seit 30 Jahren verheiratet ist. Sie haben zwei Kinder und in den dreißig
Jahren ungefähr 2000 bis 3000 mal Sex. Hier kann mir keiner erzählen, der Sex diene nur der Fortpflanzung! Er hat offenbar noch andere wichtige Funktionen. Zum Beispiel kann er helfen, eine
Ehe über die Jahrzehnte zu stabilisieren. Und so ist es auch im Tierreich. Nahezu alle Wirbeltiere (Reptilien, Fische, Vögel, Säugetiere) zeigen homosexuelles Verhalten, dass offenbar ganz
entscheidene soziale Funktionen erfüllt. Und es ist keine Minderheit, die dieses Verhalten zeigt. Nein es sind (auch beim Menschen!) eher 90 bis 95 Prozent der Population, die die Fähigkeit haben,
sexuell auch vom gleichen Geschlecht erregt zu werden. Dies vermindert nicht den Fortpflanzungserfolg. Es hilft vielmehr, soziale Gefüge aufzubauen und zu pflegen, die den Fortpflanzungserfolg am
Ende eher noch steigern. Damit steht gleichgeschlechtliches Verhalten auch nicht im Widerspruch zu einer allgemeinen Evolutionstheorie. Eher im Gegenteil: durch die höhere Variation der
Möglichkeiten sozialen Verhaltens stärkt es sogar die genetische Fittness!
Fazit: Homosexualität ist (genauso wie Heterosexualität) nur ein Konstrukt, das Ausdruck kulturell selbstgeschaffener Grundannahmen ist. Allein die willkürliche Annanhme, dass
gleichgeschlechtliches Sexualverhalten unnormal sei, macht eine (unnormale) Erklärung dafür notwendig! Nicht das Verhalten an sich.
Interessante Internetquelle dazu: link
Dienstag, 11. august 2009
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11:41
Gestern, am 10. August, hatte ich einen Unfall auf der Außenalster. Ich ruderte mit einem Partner im Doppelzweier und kollidierte nach knapp 500 Metern in Nähe zur
Krugkoppelbrücke mit einem Segelboot, das von Steuerbord kam.
Ich saß im Ruderboot auf dem ersten Platz und war damit für das Steuern zuständig. Leider hatte ich mich nur über die rechte Schulter - also nach Backbord - umgedreht um damit den Kurs in Richtung
Brücke im Auge zu behalten. Was von Steuerbord kam, hatte ich nicht beachtet. Da die Alster zu dieser Zeit (gegen 17:45) relativ leer war, rechnete ich nicht mit Verkehr. Das war ein Fehler. Völlig
überraschend überfuhr ein fremder Rumpf meinen Steuerbordausleger, kippte augenblicklich unser Boot um und rammte meinem Zweierpartner in den Rücken. Er blieb bis auf eine heftige Schramme zum
Glück unverletzt.
Der Ausleger wurde stark verbogen, der dazugehörige Skull ist oberhalb der Dolle (das ist das Bauteil in dem der Skull drehbar gelagert ist) durchgebrochen und ein Spannt im Boot (eine Strebe im
Rumpf) ist aufgeplatzt. Damit dürfte sich der Schaden auf schätzungsweise 500 bis 1000 Euro berechnen. Zusätzlich hat mein Partner noch seine 150 Euro teure Sonnenbrille verloren.
Und im Prinzip bin ich Schuld.
Mann Mann Mann!
Freitag, 7. august 2009
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16:45
Zurzeit regt sich vielerorts recht lebhaft die Diskussion über das Zugangserschwerungsgesetz, das seitens der Bundesregierung auf den Weg gebracht wurde. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen
steht hinter der Initiative, mit der Begründung, es handle sich um ein Gesetz zur Eindämmung von der Verbreiterung von Kinderpornographie.
Hier ein paar ernüchternde Erkenntnisse zu dem Thema:
Frau von der Layen hat offenbar keine Ahnung wovon sie spricht: link
Sie deutet die Menschenwürde von einem "Abwehrrecht des Einzelnen gegen den Staat zu einem Reinigungsauftrag des Staates" um: link
All dies lässt sich mit wenig Aufwand - am leichtesten über gepostete Links bei twitter.com - finden und erkennen. Nahezu jede große Partei macht Anstalten, sich
diesem Gesetz auf Zensur, Grundrechtsbeschneidung und Behinderung der Strafverfolgung anzubiedern.
Die 2006 gegründete PiratenPartei ist dagegen. Als Ein-Thema-Partei hat sie nun die Möglichkeit, die Herzen vieler Politikverdrossener, Jugendlicher und
Nichtwähler zu bekommen. Politisch steht das Thema der Informationsfreiheit, einer Lockerung von Urheber- und Patentrecht und die Ablehnung jeder staatlichen Überwachung im Vordergrund. Dadurch
sind sie weit weniger extrem, als andere außerparlamentarische Wähleralternativen, sind jung, "hip", neu und können den etablierten so genannten "Volksparteien" mehr als nur ein Dorn im Auge sein.
Ich erinnere da nur an den überraschenden Erfolg dieser von allen ausgelachten, radikalen, Turnschuh tragenden Störenfriede in dern Achtzigern. Wie hießen die noch gleich? GRÜNE? Die werden nie
regieren, das geht einfach nicht!
Tja. Es geht offenbar ganz gut, was alles nicht geht!
Dienstag, 21. juli 2009
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12:47
Yesterday I had the last of my four English-exams this year. The federal language department
(Bundessprachenamt) certifies four skills: listening comprehension, reading comprehension, writing and oral use. In each of these skills a certain level from one to four can be
reached. The one is the lowest and the four the highest possible level.
I passed the level four in both comprehensive skills (listening and reading) with no problem. Writing is difficult because the spelling and the right use of grammar can be checked directly. But I
did not expect that I would have so many problems in my oral exam as I had yesterday. I discovered a huge lack of vocabulary and big problems in the use of the right tenses. Especially the first
part, where I had to tell something about myself went totally wrong. I wasn't able to tell even the easiest things in the right word-order. I don't know if I was nervous or if I tried to speak too
complicated.
But the worst part was the second part. I had to prepare a topic (with 15 minutes preperation time) and speak about it. I thought I could tell something about "education and upbringing" (I had to
choose the topic out of two possible topics; the other was something about the military). But unfortunately I tried to come up with long sentences and complicated points I could not realy express
by myself. It went totally wrong when I tried to explain the major problem of modern families. That topic was too big for me to explain. Especially for my limited vocabulary.
I remember a good advice from my former teacher: As a 24-years old man try to speak as if You were a fourteen-year old boy. Because your language is not comparable to what it is like in german. But
it is comparable to the language of You teen years befor. Well mayby that will work the next time.
Samstag, 27. juni 2009
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12:00
Der Sinn der Volkswirtschaft ist, wir organisieren unsere Wirtschaft arbeitsteilig. Wir haben uns
spezialisiert. Jeder erhält für seine Arbeit, sein Produkt und seine Dienstleistung Geld. Das verschafft - solange es im ständigen Austausch der Güter geschieht - hohe Produktivität, Wohlstand und
Wachstum. Dieser Austausch wird jetzt empfindlich gestört: über eine mangelnde Nachfrage. Indem Manche anfangen ihr Endgeld, nicht wieder in die Leistungen anderer zu stecken, sondern dem Markt
erst einmal vorzuenthalten - oder mit anderen Worten: zu sparen. Auf diese Weise wird dem Markt allmählich das Kapital entzogen. Prinzipiell stört das jetzt aber noch nicht, solange immer jemand
ankommt und in demselben Umfang monetäre Leistungen einfordert, ohne dabei selbst vorher eine Leistung zu erbringen. Es muss also immer jemand einen Kredit in dem Umfang aufnehmen, in dem ein
anderer ein Guthaben zum Sparen bringt. Dann wäre die Kapitalmenge, die IN die Banken fließt gleicher der, die AUS ihnen fließt - und die Marktwirtschaft liefe krisenfrei.
Leider ist das Verhältnis nicht so ausgeglichen. In der Natur des Menschen liegt die Neigung, immer das Beste für sich zu beanspruchen - fern von jeder objektiven Einschätzung über den
tatsächlichen Wert seiner Leistungen. Sein Geld zur Bank bringen und dort ohne jede Notwendigkeit oder wirtschaftliche Berechtigung über Zinsen wachsen zu lassen, ist eine willkommene Gelegenheit,
dieser Neigung nachzugehen. Da die Kreditnehmer an sich keine Leistung für ihr Geld aufgebracht haben, bezahlen sie Zinsen auf den Kredit. Und somit wird der Kapitalzuwachs des Sparers finanziert.
An sich ist das ja völlig unproblematisch, solange die Zinsen des Kredits gleich denen der Sparanlage sind! Nur leider gibts dazwischen ja immer noch den Bänker. Und der will jetzt einen nicht
geringen Teil für sich abschöpfen. Somit entziehen Banken der Volkswirtschaft langsam das Kapital.
Sobald nach einer gewissen Periode des Sparens das reale Geldvolumen soweit geschrumpft ist, dass die Zinsen eines Kredites mit nichts in der Realwirtschaft mehr ausgeglichen werden können, kommt
es zu einer inflationären Depression. So geschehen Ende der 1920er Jahre und heute, 2009. Die einfachste und wirkungsvollste Methode, den Kapitalismus nach einer solchen Krise zu restaurieren ist
ein Krieg, der möglichst viele Sachwerte zerstört. Denn nach einem solchen Konflikt besteht ein großer Bedarf, in Sachwerte der Realwirtschaft zu investieren. Mit anderen Worten, die Rendite (also
die zu erwartende Gewinnspanne) auf ein Haus oder eine Fabrik ist höher, als die Rendite für Sparanlagen auf der Bank. Nach einigen Jahren oder Jahrzehnten - wenn die Investition in Neu- und
Wiederaufbau nur noch wenige bis gar keine Notwendigkeit mehr findet - fällt die von ihnen zu erwartende Gewinnspanne. Und die Menschen bringen ihr Geld lieber wieder zur Bank, wo sie nun mehr
Rendite dafür kriegen. Und der Geldentzug aus der Volkswirtschaft beginnt von neuem.
Damit das Geld auf dem Markt weiterhin ausgegeben werden kann, muss die Nachfrage irgendwie künstlich angekurbelt werden. Jetzt verschuldet sich der Staat selbst, indem er Kredite aufnimmt und sie
den Bürgern zu günstigeren Konditionen ausgibt. Er springt sozusagen als Kreditnehmer ein, wo das natürliche Kreditaufkommen das wachsende Spareraufkommen nicht mehr ausgleichen kann. Das nennt
sich dann Wirtschaftsförderung, Investitionsprogramm, Konjukturprogramm. Dadurch ist das Sparaufkommen jedoch nicht aufzuhalten. Im Gegenteil: der Anteil der "natürlichen Kreditnehmer" sinkt
immer weiter ab, während die Menschen ungebremst genugt Geld haben, das sie zur Bank bringen können. Der Staat sucht nach immer mehr Möglichkeiten zur Investition - und damit nach Begründungen für
weitere Schulden, wie Globalisierung, Osterweiterung, Krieg gegen den Terror.
Irgendwann reicht auch das nicht mehr. Also werden nun Kredite an Schuldner ohne ausreichende Sicherheiten vergeben. Der Staat tut (inzwischen zwanghaft) alles, um Geld in den Markt zu pumpen und
beschleunigt damit den Zusammenbruch des Systems. Beispiele hierfür sind die faulen Kredite in den USA. Wenn diese Kreditblase platzt bleiben drei Möglichkeiten: 1. man kann die wachsende
Nachfragelücke mit immer größeren Staatsverschuldungen eine gewisse Zeit lang bis zum Staatsbankrott aufschieben; 2. Krieg oder 3. Einführung der Marktwirtschaft nach Adam Smith.
Unser Hauptproblem ist, dass das hortbare Geld immer mehr in die Banken fließt, wo es über Zinsen immer mehr zunimmt und dabei der Volkswirtschaft vorenthalten bleibt. Die Lösung könnte jetzt sein,
die Rendite auf Sachwerte zu erhöhen - mittels Krieg - oder die Rendite auf die Sparanlagen zu senken. Eine einfache Senkung der Bankzinsen könnte die Lösung des Problems sein. Die Zinsen müssten
so niedrig sein, dass die Renditen der Sachwerte höherwertig sind und die Menschen ihr Geld lieber in Häuser der direkt in Unternehmen investieren, als in Bankkonten. Zur Not müssten die Zinsen der
Banken ins Negative fallen - also den Menschen Verlust bedeuten, wenn sie es zum Sparen auf die Bank bringen wollten.
Die Folge wäre, dass der überwiegende Großteil der erwirtschafteten Gewinne durch die Leistungen der Realwirtschaft (der Arbeiter und Dienstleister selbst) erbracht werden. Der Anteil der
leistungslos erwirtschafteten Gewinne (wie etwa durch Banken und Zinseszinsgeschäfte) würde von heute über 40 unter fünf Prozent sinken. Die realen Leistungserbringer hätten also mehr von ihrer
Arbeit. Gleichzeitig würde sich über die deutliche Steigerung der Sachwerte gegenüber den Werten der Bankguthaben die Überschuldung von Unternehmern schlagartig auflösen.
Siehe auch:
globalchange2009.de
Dienstag, 26. mai 2009
2
26
/05
/2009
23:11
Die Bahn hat ein Maskotchen für die Sache, die sie am besten kann: Das Vertrauen in sich selbst untergraben.
Zynischer Weise (und mit einem unwiderstehlich zwinkernden Lächeln!) hat sie sich dafür ausgerechnet den Maulwurf ausgesucht. Wer kennt ihn nicht: den großen Baumeister der Natur?
Jetzt werden zum Beispiel gerade die
Schwellen zwischen Berlin und Hamburg ausgetauscht. Die Züge brauchen eine Stunde länger. Und Lakaien schlurfen durch die Wagen, um den Passagieren Donuts und Apfelsaft anzubieten zur
Entschädigung.
Außerdem: Wie kann es sein, dass das Schienennetz immer noch der Bahn gehört? Auf diese Weise behält die Bahn ihre Monopolstellung im Eisenbahngeschäft bei, kann das Schienennetz vermodern lassen,
Subventionen im zweistelligen Milliardenbereich einkassieren und ihre eigenen Mitarbeiter Streiks auf den Schultern der Kunden austragen lassen.
Naja. Ich hab mich endlich überzeugen lassen, Mitfahrgelegenheit zu fahren.
(Bildquelle: www.netzeitung.de)
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