Samstag, 27. juni 2009
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Der Sinn der Volkswirtschaft ist, wir organisieren unsere Wirtschaft arbeitsteilig. Wir haben uns
spezialisiert. Jeder erhält für seine Arbeit, sein Produkt und seine Dienstleistung Geld. Das verschafft - solange es im ständigen Austausch der Güter geschieht - hohe Produktivität, Wohlstand und
Wachstum. Dieser Austausch wird jetzt empfindlich gestört: über eine mangelnde Nachfrage. Indem Manche anfangen ihr Endgeld, nicht wieder in die Leistungen anderer zu stecken, sondern dem Markt
erst einmal vorzuenthalten - oder mit anderen Worten: zu sparen. Auf diese Weise wird dem Markt allmählich das Kapital entzogen. Prinzipiell stört das jetzt aber noch nicht, solange immer jemand
ankommt und in demselben Umfang monetäre Leistungen einfordert, ohne dabei selbst vorher eine Leistung zu erbringen. Es muss also immer jemand einen Kredit in dem Umfang aufnehmen, in dem ein
anderer ein Guthaben zum Sparen bringt. Dann wäre die Kapitalmenge, die IN die Banken fließt gleicher der, die AUS ihnen fließt - und die Marktwirtschaft liefe krisenfrei.
Leider ist das Verhältnis nicht so ausgeglichen. In der Natur des Menschen liegt die Neigung, immer das Beste für sich zu beanspruchen - fern von jeder objektiven Einschätzung über den
tatsächlichen Wert seiner Leistungen. Sein Geld zur Bank bringen und dort ohne jede Notwendigkeit oder wirtschaftliche Berechtigung über Zinsen wachsen zu lassen, ist eine willkommene Gelegenheit,
dieser Neigung nachzugehen. Da die Kreditnehmer an sich keine Leistung für ihr Geld aufgebracht haben, bezahlen sie Zinsen auf den Kredit. Und somit wird der Kapitalzuwachs des Sparers finanziert.
An sich ist das ja völlig unproblematisch, solange die Zinsen des Kredits gleich denen der Sparanlage sind! Nur leider gibts dazwischen ja immer noch den Bänker. Und der will jetzt einen nicht
geringen Teil für sich abschöpfen. Somit entziehen Banken der Volkswirtschaft langsam das Kapital.
Sobald nach einer gewissen Periode des Sparens das reale Geldvolumen soweit geschrumpft ist, dass die Zinsen eines Kredites mit nichts in der Realwirtschaft mehr ausgeglichen werden können, kommt
es zu einer inflationären Depression. So geschehen Ende der 1920er Jahre und heute, 2009. Die einfachste und wirkungsvollste Methode, den Kapitalismus nach einer solchen Krise zu restaurieren ist
ein Krieg, der möglichst viele Sachwerte zerstört. Denn nach einem solchen Konflikt besteht ein großer Bedarf, in Sachwerte der Realwirtschaft zu investieren. Mit anderen Worten, die Rendite (also
die zu erwartende Gewinnspanne) auf ein Haus oder eine Fabrik ist höher, als die Rendite für Sparanlagen auf der Bank. Nach einigen Jahren oder Jahrzehnten - wenn die Investition in Neu- und
Wiederaufbau nur noch wenige bis gar keine Notwendigkeit mehr findet - fällt die von ihnen zu erwartende Gewinnspanne. Und die Menschen bringen ihr Geld lieber wieder zur Bank, wo sie nun mehr
Rendite dafür kriegen. Und der Geldentzug aus der Volkswirtschaft beginnt von neuem.
Damit das Geld auf dem Markt weiterhin ausgegeben werden kann, muss die Nachfrage irgendwie künstlich angekurbelt werden. Jetzt verschuldet sich der Staat selbst, indem er Kredite aufnimmt und sie
den Bürgern zu günstigeren Konditionen ausgibt. Er springt sozusagen als Kreditnehmer ein, wo das natürliche Kreditaufkommen das wachsende Spareraufkommen nicht mehr ausgleichen kann. Das nennt
sich dann Wirtschaftsförderung, Investitionsprogramm, Konjukturprogramm. Dadurch ist das Sparaufkommen jedoch nicht aufzuhalten. Im Gegenteil: der Anteil der "natürlichen Kreditnehmer" sinkt
immer weiter ab, während die Menschen ungebremst genugt Geld haben, das sie zur Bank bringen können. Der Staat sucht nach immer mehr Möglichkeiten zur Investition - und damit nach Begründungen für
weitere Schulden, wie Globalisierung, Osterweiterung, Krieg gegen den Terror.
Irgendwann reicht auch das nicht mehr. Also werden nun Kredite an Schuldner ohne ausreichende Sicherheiten vergeben. Der Staat tut (inzwischen zwanghaft) alles, um Geld in den Markt zu pumpen und
beschleunigt damit den Zusammenbruch des Systems. Beispiele hierfür sind die faulen Kredite in den USA. Wenn diese Kreditblase platzt bleiben drei Möglichkeiten: 1. man kann die wachsende
Nachfragelücke mit immer größeren Staatsverschuldungen eine gewisse Zeit lang bis zum Staatsbankrott aufschieben; 2. Krieg oder 3. Einführung der Marktwirtschaft nach Adam Smith.
Unser Hauptproblem ist, dass das hortbare Geld immer mehr in die Banken fließt, wo es über Zinsen immer mehr zunimmt und dabei der Volkswirtschaft vorenthalten bleibt. Die Lösung könnte jetzt sein,
die Rendite auf Sachwerte zu erhöhen - mittels Krieg - oder die Rendite auf die Sparanlagen zu senken. Eine einfache Senkung der Bankzinsen könnte die Lösung des Problems sein. Die Zinsen müssten
so niedrig sein, dass die Renditen der Sachwerte höherwertig sind und die Menschen ihr Geld lieber in Häuser der direkt in Unternehmen investieren, als in Bankkonten. Zur Not müssten die Zinsen der
Banken ins Negative fallen - also den Menschen Verlust bedeuten, wenn sie es zum Sparen auf die Bank bringen wollten.
Die Folge wäre, dass der überwiegende Großteil der erwirtschafteten Gewinne durch die Leistungen der Realwirtschaft (der Arbeiter und Dienstleister selbst) erbracht werden. Der Anteil der
leistungslos erwirtschafteten Gewinne (wie etwa durch Banken und Zinseszinsgeschäfte) würde von heute über 40 unter fünf Prozent sinken. Die realen Leistungserbringer hätten also mehr von ihrer
Arbeit. Gleichzeitig würde sich über die deutliche Steigerung der Sachwerte gegenüber den Werten der Bankguthaben die Überschuldung von Unternehmern schlagartig auflösen.
Siehe auch:
globalchange2009.de
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