Waffen und Computerspiele

Veröffentlicht auf von Erik

Viel geschimpft wird ja hierzulande wieder mal gegen privaten Waffenbesitz und das Spielen von Computerspielen. Ich habe/ mache beides nicht. Aber es ist mir zu wider, diesen Dingen die Schuld an Amokläufen wie dem in Winnenden zu geben. Die timesonline.co.uk hat sich - im Gegensatz zu deutschen Medien - mal etwas genauer im Dorf des Amokläufers umgehört. Und dabei sind ganz andere mögliche Ursachen zu Tage getreten.

Tim Kretschmar war offenbar Sohn einer wohlhabenden Familie. Sein Vater war nicht zufrieden mit den akademischen Leistungen seines Sohnes und stellte ihn daher in seiner eigenen Firma ein. Dass Tim im Tischtennis gut war - und wohl auch Deutscher Meister geworden war - beeindruckte den Vater eher wenig. Der 17jährige entschied sich daher, sich seinem waffenliebhabenden Vater im Schützenverein anzuschließen. Im Dorf waren die Kretschmers gut bekannt und beliebt. So kannte auch die Postbeamte Jutta Lautenschlager die Familie, wusste aber bis zum Tag des Amoklaufes nicht, dass sie überhaupt einen Sohn hatten. Außerdem soll Tim von einem - oder mehreren - Mädchen versetzt worden sein.

Also mir zeichnet sich hier ein Bild eines typischen "Betriebsunfalls" ab - eines Sohnes, der für seine Eltern die reinste Entäuschung war - in Gegenwart von Bekannten nicht der Rede wert. Wie soll ein Sohn, der sich nichts mehr, als Anerkennung durch seinen Vater wünscht, diesen mit mäßigen Noten und ohne Abitur beeindrucken? Für die Eltern kam das Ganze natürlich völlig überraschend! Ja wenn man sich mit seinem Sohn nicht beschäftigt, ihm nicht zuhört - wie es ja offensichtlich den Anschein hat - ist es wahrscheinlich sehr überraschend, zu bemerken, dass man überheupt einen hat! Denn offenbar hat er sein seelisches Leid schon lange genug angekündigt. Gleichzeitig entwickelt er sich zum Stubenhocker. Spielt Computerspiele. Macht sich wahrscheinlich mit seiner unbeholfenen Art bei den Mädchen lächerlich und wird dafür ausgelacht. Und jetzt ist das Einzige, was ihn näher zu seinem Vater bringt zufällig die Schießerei. Sein Vater hat über 15 Waffen im Haus! Das muss man sich mal vorstellen! Ich meine, ich hätte keine Bedenken, wenn jeder Mensch eine Waffe hätte. Aber 15 deuten bereits auf eine bedenkliche Verherrlichung dieses Themas hin.

Naja, aber wir halten fest: Hauptursache dieses Vorfalls sind gewalltätige Computerspiele und Waffenbesitz. Die konsequente psychische Missachtung durch das Elternhaus, die reinste Entäuschung die der Junge spürbar ein Leben lang für seine Eltern darstellte, haben damit überhaupt nichts zu tun! Reiche Eltern können ihre Kinder weiterhin verleugnen, mit dickem Merzedes vorfahren und sich im Glanze ihres eigenen Wohlstandes einen Scheißdreck kümmern um die moralische Erziehung ihres Kindes. Stattdessen packen wir das Übel an der Wurzel und geben Milliarden für Waffenkontrollen aus, die einen solchen Vorfall nicht im Geringsten verhindern können, und setzen Millionen Computerspiele-Fans auf die Liste der Verdächtigen.

Hurra!

Und wo wir schon bei Schuldzuweisungen sind:


Quelle: http://www.titanic-magazin.de










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