"Boa Ey!" -Futurismus

Veröffentlicht auf von Erik

Im Kindergarten fangen die Kinder an, Pflanzen und Tiere in einem richtigen Garten anzubauen, zu pflegen und schließlich zuzubereiten und zu essen. Dafür müssen sie mit Gruppendynamik klarkommen, sie müssen sprechen und zuhören - zwecks zeigen und verstehen. Dazu erwerben sie Grundkenntnisse im Gartenbau, der Tiepflege (Also vielleich Hunde und Katzen zur Pflege und Gänse und Ferkel zur Mast oder so), und des Haushaltes (Kochen, Hygiene und so weiter). Die Führung durch Erzieher/innen ist hier noch recht stark.

In der Grundschule fangen die Kinder an, ihre eigene Webpräsenz aufzubauen. Alles, was sie tun wird zumindest vor der Öffentlichkeit der Gleichaltrigen (z.B. in einer Art Intranet) dargestellt. Dementsprechend strengt sich jeder an, wenn er/ sie ein Bild malt, ein Lied singt (das als live-stream hochgeladen wird). Und was am wichtigsten ist: jeder muss so schnell wie möglich lesen und schreiben lernen! Das Sprechen brauchten sie aus genau denselben Gründen. Die neue Kommunikation macht neue Fertigkeiten zwingend notwendig. Gleichzeitig gibt es Gruppenprojekte - immer mit dem Ziel, sie online zu veröffentlichen. Soziale Kompetenzen 2.0. Das Ganze gekoppelt mit zwei oder mehr Fremdsprachen.

In der Sekundarstufe könnte das Programmieren einer weltweit öffentlichen Webpräsenz und/ oder wirtschaftliche Zwänge in größeren Projekten den Erwerb komplexer Methematischer Fähigkeiten erzwingen. Die Teilnahme an zunehmend theoretischen Diskursen in nahezu jedem Fachbereich macht es notwendig, sich profunde Sachkenntnisse anzueignen. Diese könnten von Lehrern in verschiedenen Lehr- Lernformen angeboten werden. Jeder Schüler/ jede Schülerin pickt sich die Dinge raus, die er/ sie braucht. Damit überhaupt Dinge herausgepickt werden wird die unbedingte Notwendigkeit zur erfolgreichen Teilnahme an diversen Projekten, Diskursen oder Programmen für spätere Erfolge rechtzeitig im Kopf des Schülers implementiert.

In der Berufsschule und auf der Uni gehts dann so weiter. Allerdings wird das Leben, wie es dann geführt wird eine konkrete Arbeit und die meisten damit zusammenhängenden berufsvorbereitenden Bildungsebenen eher obsolet machen. Die immer kompetentere und via globaler Vernetzung immer selbstgesteuertere persönliche Entwicklung - sprich die Teilnahme an Projekten, Diskursen, Programmen die alle nur das Ziel haben, sich selbst zu verbessern und den Rest der Menschheit - machen dann vielleicht selbst schon Arbeit aus. Denn im Grunde gehts doch um ökonomisches, soziales und kulturelles Kapital! Wieso muss ich bei meiner Tätigkeits-/ Berufswahl immer nur das ökonomische Kapital im Sinn haben!? Wenn die Nanotechnologie unsere Welt irgendwann endlich bereichert, braucht man vielleicht gar kein ökonomisches Kapital mehr, weil Wohnraum, Nahrung und Kleidung dann zur bedingunglosen Grundausstattung gehören!
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