Das Leben, das Universum und der ganze Rest ...

Veröffentlicht auf von Erik

Gene sind Informationseinheiten, die sich mittels physisch kurzlebiger Moleküle replizieren. Dabei ist ein einziges Gen nicht vielmehr als ein wages Konstrukt - von Menschen so benannt nach ihrem offensichtlichen Einfluss auf die menschliche Genese - sprich die biologische Menschwerdung. Dabei ist der Mensch - oder jedes andere Lebewesen - nur ein Mittel zum Zweck der Reproduktion. Nicht die Art oder die Gruppe, ja nicht mal das Individuum ist dabei die Grundeinheit der Selektion, die es zu erhalten gilt, sondern einzig und allein das Gen. (vgl hierzu Richard Dawkins: The selfish Gene) Das Gen ist allso nur ein Konstrukt! Es reist auf physischen Körpern (Chromosomen, Zellen, Lebewesen) durch die Zeit, mit der einzigen Funktion sich selbst immer weiter zu replizieren. Das muss man sich erstmal vorstellen. Jetzt gehts nämlich noch einen Schritt weiter!

Meme sind das geistig kulturelle Äquivalent zu den Genen. Sie sind Informationseinheiten, die - genauso wie die Gene auf den Chromosomen - auf den Synapsen und Nervenzellen der Großhirnrinden von Menschen liegen. Dabei liegt ein einzelnes Mem nicht immer nur auf einem Gehirn allein, sondern kommt in seiner vollen Gestalt oft erst in einer komplexen Kulturgemeinschaft zum Ausdruck. Kommunikation machts möglich. Irgendwann in grauer Vorzeit wird ein Vorfahr des Menschen - selbst fast noch ein Tier - einem Artgenossen etwas gezeigt haben. Wenn der Artgenosse "versteht" und erkennt, was ihm da gezeigt wird, ist die erste menschliche Geste vollzogen. In diesem Urmoment der Entwicklungsgeschichte ist etwas neues im Tierreich entstanden. Etwas, das es bis dahin nicht gegeben hat: Das erste Mem. Es gab zwar schon vorher Situationen, in denen Lebewesen auf andere eingewirkt haben - genauso wie wir es heute unter allen möglichen Arten tagtäglich beobachten - aber dieses kleine, hier fast noch zu hoch gegriffene Wörtchen "verstehen" macht den Unterschied. Dieser Geste wird eine Bedeutung zugeschrieben, die von der bloßen Reproduktionsfunktion der Gene losgelöst existiert. Hier wird ein neuer Replikator geschaffen, eine neue Informationseinheit, die aufgrund der endlich weit genug entwickelten Gehirne ihre eigene evolutionäre Ausbreitung startet.

Sicher, die Geste allein hat nichts. Ist völlig unspektakulär. Aber was ist, wenn der zweite Urmennsch die Geste wiederholt? Was, wenn sich das "Zeigen" ausbreitet und dem Gezeigten eine etablierte Bedeutung begemessen wird? Sind diese Wesen dann nicht im Vorteil gegenüber anderen? Erste Formen von Komunikation kommen auf. Sprache mag sich im Laufe der Jahrtausende entwickeln. Und die Vielfallt des Urmems findet keine Grenzen mehr.

Aber was genau ist ein Mem? Manche nutzen lieber das Wort Muster. Ein Muster ist eine wiederkehrende Regelmäßigkeit. Ein Verhalten, das man nich ablegen kann, ein Klischee, ein Vorurteil, eine Tradition, ein Gesetz, eine Gewohnheit ect. pp.

Ich glaube, unser Gehirn, unser ganzes Bewusstsein funktioniert nur mit Memen bzw. Mustern. Was war zuerst da, das Mem oder das Bewusstsein? Keine Ahnung, aber ich behaupte steif und fest, dass wir, die wir heute leben unser Bewusstsein nach den bereits existierenden Memen formten und formen. Wir entwickeln unsere Kulturen und Gemeinschaften nicht wie es uns passt, sondern nach den Regeln und Mustern der Meme. Schließlich entwickeln wir unsere Körper auch nicht wie es uns passt, sondern nach dem "Bauplan" der Gene - als Vehikel für die Unsterblichkeit.


Wenn wir also das Gehirn irgendwann verstehen, dann müssten sich darin "lediglich" die Repräsentationen aller Meme und Muster finden lassen, die für das Leben dieses Individuums relevant waren.
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