Kabarett Schmabarett

Veröffentlicht auf von Erik

Was man nicht alles tut! Am 28. Januar im Kabarett in Hamburg gewesen. Das Pulverfass veranstaltete eine Benefizveranstaltung und einige Kommilitonen und ich sind hingegangen. Das Showangebot reichte von Stand-up-Comedy, über Tanz und Gesang bis hin zum transsexuellen Striptease. Nach anfänglicher Begeisterung ließ meine Aufmerksamkeit jedoch nach und ich widmete mich zusammen mit einem meiner Kommilitonen lieber dem Leeressen der Chips-Flips-Salzstangen-und-Erdnuss-Mischung auf dem Tisch. Das Problem war nicht etwa das Ambiente! Ganz im Gegenteil. Die samtrot getäfelte Einrichtung mit der vielfältig varierbaren Lichtdurchflutung war durchaus ansprechend. Auch die Kostüme der Künstler waren überaus schillernd! Doch äußerer Schein ist halt nicht alles, wie ich feststellen musste. Neben einigen humoristischen Höhepunkten und dem ein oder anderen tatsächlich live gesungenen Lied war doch der überwiegende Anteil der Darbietungen eher billig, unlustig, playback und wiederholt ekelhaft. Es mag beim erstenmal schon nicht komisch sein, dass eine absolut weiblich aussehende, weiblich singende und auch weiblich benannte Gestallt nach der Vollendung ihres halberotischen Tänzchens den viel zu kleinen Tanga abtreift und männliche Genitalien zum Vorschein kommen lässt. Das heißt aber nicht, dass sich dies bei den nächsten drei Malen ändert! Und obwohl ich ja eigentlich etwas übrig habe für maskuline Erotik, waren auch die muskulösen männlichen Stripper alles andere als erregend. Muss denn bei einem Striptease wirklich immer und jedesmal auch der letzte Fetzen Stoff von den Lenden gerissen werden? Ich weiß nicht. Das alles war aber noch erträglich, ging es doch immerhin um eine Travestieveranstaltung! Anatomisch mag das mit den penisbehängten Frauen irgendwo wenig sehenswert sein, aber immerhin passte es thematisch in den Abend. Viel schlimmer fand ich dagegen die teilweise schlecht performten Playback-Songs mancher Künstler! Ohne Sinn und Verstand wurden harte Technobeats, Popsongs, Erotik und Komödie in einer unmöglichen, thematisch nicht nachvollziehbaren Reihenfolge präsentiert, dass man kaum Zeit fand sich in auch nur eine dieser Stimmungen hinein zu versetzen. Das Playback war besonders dann schlimm, wenn der Küntler es sich nicht nehmen lassen konnte, durch das Publikum zu stolzieren, an den Kravatten übertrieben grinsender Fünfizigjähriger zu ziehen und den jüngeren Besuchern Wasser ins Gesicht zu schütten. Dabei lief der Song nämlich weiterhin nur aus den Lautsprechern. Am Platz hörte man das Persönchen nicht, obwohl es direkt neben meinem Ohr die Lippen bewegte! Aber ich glaube, ich war einfach ein Banause. Die meisten Gäste schienen sich köstlich zu amüsieren. Immerhin haben sie zehn Euro Eintritt und fünfzehn Euro Mindestverzehr bezahlt - wobei ein Bier Acht Euro kostete! Da musste der Abend ja lustig sein!

Naja.
Mein Urteil: Kabarett ist scheiße. (Ja ich übertrage diese Erfahrung einfach mal auf die Gesamtheit aller Kabaretts)

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