Mr. Reeves rettet die Erde - schon wieder

Veröffentlicht auf von Erik

Das Eins-zu-Eins Remake des gleichnamigen Schwarz-Weiß-Science-Fiction The Day the Earth stood still (USA) von 1951 gibt sich garnicht erst die Mühe, wirklich originelle Neuerungen in die Story einzubauen. Das muss aber auch nicht sein, ist die Botschaft doch damals wie heute originell und aktuell zugleich. Da öden die animierten Spezialeffekte das Auge des kinoverwöhnten Gegenwartspublikums schon beinahe an! Es wird der Eindruck vermittelt, der Streifen hätte sonst nichts zu bieten. Und das hat er tatsächlich nicht. Der pädagogische Fingerzeig fällt zu unglaubwürdig aus. Die Charaktere wirken oberflächlich gezeichnet und die Handlung auf der Grundlage kurzer, emotional wirksamer Situationen zusammengeschuhstert. Nicht zuletzt aufgrund der frappierenden Ähnlichkeit zum (zugegebener Maßen albernen) Original wirken gerade die Verhaltensweisen der Menschen komplett lächerlich.

Keanu Reeves spielt dieselbe Rolle, wie in Matrix. John Gleese philosophiert irgendetwas an den Haaren herbei. Und Jennifer Connely tut das einzige, wofür weibliche Hauptrollen gut sind: sie drückt auf die Tränendrüse und leistet hilflos ihre Präsenzpflicht.

Die Handlung:
Eines schönen Tages wird Dr. Helen Benson (J.Connely) - Wissenschaftlerin für irgendwas - von Staatsbeamten, die enorm wichtig auftreten, von zu Hause abgeholt, um mit anderen 'abgeholten' Wissenschaftlern ein außerirdisches Ding zu untersuchen. Das landet genau im Central Park von New York City (wo sonst!). Die Armee und alle sonstigen bewaffneten Behörden sind natürlich immer mit dabei und haben nichts besseres zu tun, als auf den Außeridischenzu schießen. Doch er überlebt, erholt sich und - siehe da - hat einen menschlichen Körper. Selbstverständlich darf der schwarze Roboter mit dem roten Augenschlitz als Begleiter nicht fehlen. Mit seinen schier omnipotenten Fähigkeiten hält der die Militärs ganz schön auf Trap. Der Außerirdische - Klaatu - (K. Reeves) ist im Grunde nur gekommen, um den Planeten Erde von den Menschen zu befreien. Die stehen wohl kurz davor, ihn zu zerstören und schließlich gäbe es nur eine Handvoll bewohnbarer Planeten im Kosmos. Dr. Benson hat aber das richtige Gespür, um ihm die andere, die nicht zerstörerische Seite der Menschen zu zeigen. Er ändert seine Meinung und bricht den Säuberungsprozess - der in Form einer alles fressenden Staubwolke über die Erde hinwegfegt - ab. Ende

Interessant ist allenfalls, dass die amerikanische Regierung für total fehlgeleitet befunden wird. Aber das wird durch den naiven, vor blindem Idealismus nur so tropfendem Glauben an das Gute im Menschen wieder mehr als aufgewogen.

Mein Urteil: mäßig.
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