Kreativität

Veröffentlicht auf von Erik

Schon vor Wochen wollte ich einen Artikel zum Thema Weblog schreiben. Welche Wirkung es auf mich hat, fast täglich Einträge zu schreiben, wie sich mein Bewusstsein als Folge des Schreibens besser strukturiert und ich meine Umwelt scheinbar aus einem ganz anderen Blickwinkel wahrnehme. Inzwischen wurde ich allerding ein bisschen von der Realität eingeholt. Das Studium der Erziehungswissenchaft hat wieder angefangen und prommt schreibe ich kaum noch etwas hier hinein. Jeder sollte ein Studentenleben führen können! Es ist einfach toll. Du bist unabhängig(er) von deinen Eltern, hast geringe bis gar keine Verantwortung und kannst die Dinge tun, die dich interessieren. Vorrausgesetzt natürlich, Du studierst so etwas interessantes, wie Pädagogik! Allerdings habe ich zurzeit das Gefühl, dass mir meine Kreativität regelrecht abgesaugt wird. Das Studium ist teilweise anregend und höchst interessant und dann auch wieder sterbenslangweilig. Darüber hinaus bin ich in diversen Referaten gebunden, die jegliches Interesse in Arbeit ersticken. Schon allein das Schreiben dieses Artikels hier macht mir irgendwie keinen Spaß und ich zweifle, ob er überhaupt Sinn ergibt.

Ein bisschen gebe ich die Schuld für diese Entwicklung dem Bachelorstudiengang. Im Gegensatz zum alten Diplomstudiengang ist Anwesenheit jetzt mehr oder weniger Pflicht. Kleine und Große Leistungen müssen in zeitlich festen Rahmen erbracht werden, um die erforderlichen Leistungspunkte zu erringen. Dieses System mag bei den Wirtschaftslehren einen Sinn ergeben, sind diese doch keine Wissenschaften im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr höhere akademische Ausbildungen für spätere Berufslaufbahnen. Hier kann ich mit meinem wachsenden pädagogischen Horizont sehen, dass schulische Strenge sogar angemessen ist. Aber besonders bei Geistes- und Sozialwissenschaften, wie der Erziehungswissenschaft, ist doch das persönliche Interesse, die leidenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema und intensives Studium ausgewählter Bereiche aus einer Fülle von Angeboten viel angemessener.

Ich will mich in den folgenden Tagen mal bemühen, die wichtigsten Aspekte des Studiums hier zusammenzufassen. Besonders von Interesse sind zurzeit:

- Seminar zur Wissenschaftstheorie (In welchem Verhältnis steht Wissenschaft zu Tatsachen? Ist der Induktion oder der Deduktion der Vorzug zu geben? Ist der Mensch in seinem Denken und Handeln autonom? Wie stehen Erziehungswissenschaft und Pädagogik zueinander? und so weiter)

- Seminar zur Geschichte der Kindheit (Was ist Kindheit? Von der Aufklärung bis heute; Strukturen des Bildungswesens und Begriffe wie Familie, Jugend, Schule aus historischer Perspektive)

- Einführung in die Soziologie (Ralf Dahrendorf, Karl Marx, Emile Durkheim, Max Weber, etc.; jeweils Leben, Werk und Wirkung)

- Einführung in die Geschichtswissenschaft (Wie macht der Geschichtswissenschaftler sich die Vergangenheit zugänglich? Dazu drei große Kontroversen: 1. Ursprung der Kiever Rus - Normannisten oder Antinormannisten? 2. Ursache des ersten Weltkrieges - Notwehr oder Griff nach der Weltmacht? 3. Angriff auf die Sowjetunion - Überfall oder Präventivkrieg?)

Mal sehen ...

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